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ActivityFood - Ernährungsberatung Hans-Joachim Jäger - Hamburg

Die richtige Ernährung und Lebensstil bei Stoffwechselkrankheiten

Dienstag, 5. Juli 2016


In unserer Gesellschaft wächst die Anzahl der Übergewichtigen und Adipösen (sehr stark Übergewichtigen) stetig weiter, was durch den Nahrungsüberschuss und vor allem durch die Bewegungsarmut forciert wird. Das Übergewicht kann schon im Kindesalter dazu führen, dass sich aufgrund des hohen Körperfettanteils eine Stoffwechselstörung, der Diabetes mellitus entwickelt. Denn durch den hohen Körperfettanteil befinden sich auch vermehrt Fettmoleküle im Blut, die den Nährstofftransport zu den Körper- und Muskelzellen behindern.

Gründe für eine Insulinresistenz und Insunlinmangel

(Quelle: Insulinspritze für Diabetes, Shutterstock, 2011)


Nach einer üblichen Mahlzeit kommt es zum Anstieg des Blutzuckers. Der Zucker wird normalerweise mithilfe von Insulin in die Körperzellen transportiert. Insulin hat im Körper die Aufgabe, die Nährstoffe und vor allem den Zucker von der Blutbahn in die Muskelzellen zu schleusen. Man spricht beim Insulin auch vom Türöffner. Unsere Körperzellen haben Insulinrezeptoren und sobald die freigesetzten Insulinmoleküle im Blut die Rezeptoren berühren, können die Zuckermoleküle in die Zellen eingeschleust werden.

Das Hormon Insulin ist also der Schlüssel, um die Türen der Körperzellen zu öffnen. Bei einem hohen Körperfettanteil gelangen die Zuckermoleküle und das Insulin kaum oder gar nicht in die Körperzellen, da die Fette den Weg zu den Insulinrezeptoren versperren. Das führt zu einem chronisch erhöhten Blutzucker (Hyperglykämie) und zwingt den Körper (Bauchspeicheldrüse) vermehrt Insulin in die Blutbahn abzugeben. Aufgrund der blockierten Rezeptoren kommt es zu einer Insulinresistenz, indem die Körperzellen nicht mehr auf das Hormon Insulin reagieren. Da die Zuckermoleküle weiterhin im Blut verharren, kommt es gleichzeitig zu einer stetigen Insulinfreisetzung, die letztendlich zu einem Ausbleiben der Insulinproduktion im Körper führt. In diesem Falle handelt es sich um den häufig vorkommenden Diabetes, den Typ-2-Diabetes, der zum Großteil durch Übergewicht und den hohen Körperfettanteil verursacht wird.

Weitere Folgen bei Übergewicht und Blutzuckerstörung
Die Störungen des Blutzucker- und Insulinspiegels führen außerdem zu verstärkten Natrium- und Wassereinlagerungen ins Körpergewebe, wodurch der Herzmuskel mehr Pumpleistungen erbringen muss. Die Folge ist Bluthochdruck (Hypertonie) und dieser wird als dauerhafte Erhöhung des systolischen Blutdrucks ≥ 140 mmHg und des diastolischen Blutdrucks ≥ 90 mmHg definiert. Hinzu kommen noch die erhöhten Blutfettwerte (z.B. Trigyceride, Cholesterine) und ein geringer HDL-Cholesterinwert, was auf den hohen Körperfettanteil und besonders durch das viszerale Bauchfett zurückzuführen ist. Wenn die Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen vorliegen, spricht man auch vom tödlichen Quartett oder metabolischen Syndrom, weil hier der Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich erhöht ist.

Diagnose Diabetes mellitus
Ob man von einem Diabetes mellitus betroffen ist, kann man nur durch eine Messung der Glucosekonzentration im Blutplasma feststellen. Wenn im Nüchternzustand ein überhöhter Glucosewert (Traubenzuckerwert) zwischen 100 bis 125 mg / dl vorliegt, erfolgt meist zur Klärung der orale Glukose-Toleranztest (OGTT). Im OGTT wird zuerst der Blutzucker im Nüchternzustand und nach 2 Stunden der Aufnahme einer 50–100 g Traubenzuckerlösung gemessen. Sollte der Nüchtern-Blutzuckerwert wiederum erhöht sein und der 2-Stunden-Blutzuckwert zwischen 140 und 200 mg/dl liegen, ist die Diagnose Diabetes mellitus eindeutig.

Diabetes – eine moderne und schleichende Volkskrankheit
In Deutschland liegen die derzeitigen Schätzungen mit den vermuteten Dunkelziffern bei 10 Prozent und das entspricht bei 81 Millionen Einwohnern rund 8 Millionen Diabetesfälle. Darunter befinden sich zum Großteil Erwachsene, wobei auch die Anzahl der Kinder und Jugendlich stark zunimmt. In einer Studie in Südbayern wurden 520 stark übergewichtige Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 20 Jahren untersucht. 6,7 Prozent hatten einen gestörten Blutzuckerstoffwechsel und bei 1,5 Prozent lag nach den WHO-Kriterien ein Typ-2-Diabetes vor. Wenn man diese Werte vorsichtig auf die deutsche Bevölkerung hochrechnet, so erhält man einen Schätzwert von 5000 Kindern und Jugendlichen mit einem Typ-2-Diabetes.

Die Untersuchung in Südbayern zeigte, dass viele Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene an einem Typ-2-Diabetes erkrankt sein können, obwohl sie nichts davon bemerkt haben. Der Diabetes macht sich durch schleichende Symptome bemerkbar wie z.B. erhöhter Harndrang verbunden mit einem unstillbaren Durst. Der Grund ist, dass der Körper aufgrund des Insulinmangels den Zucker nicht in die Körperzellen transportieren kann. Deshalb scheidet er die Zuckermoleküle verstärkt über die Nieren aus. Dies erklärt den erhöhten Wasserverlust sowie den abnormen Durst. Die Ausscheidung des Zuckers führt außerdem zu einer Unterzuckerung, die sich durch Heißhunger, Schlappheit, Sehstörungen, chronische Müdigkeit und starker Körpergewichtsabnahme bemerkbar machen kann. Der Blutzucker muss konstant sein, denn unser Gehirn und die Nervenzellen können ohne Traubenzucker nicht überleben. Die starke Zuckerverarmung macht nicht nur müde, sondern der Körper baut dadurch auch vermehrt seine Proteine und Fette zu Zucker um, was den starken Gewichtsverlust erklärt.

Diabetes mellitus - Was nun?
Wenn diese Symptome auftreten, sollte der Betroffene schnellstens seinen behandelnen Arzt oder einen Diabetologen aufsuchen, damit präventive Maßnahmen eingeleitet werden können. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung kann der Diabetes auch ohne Medikamente oder Insulinspritzen fortgeführt werden, indem sich der Diabetiker einer kalorienreduzierten Diät unterzieht und das gleichzeitig mit einer regelmäßigen sportlichen Aktivität koppelt. Durch die geringe Energiezufuhr mit der Nahrung und/ oder durch den Kalorienverbrauch über die körperliche Bewegung, kann das überschüssige Körperfett schneller abgebaut und der erhöhte BMI (Body-Mass-Index) auf ein Normalmaß reduziert werden. Studien an Diabetikern konnten zeigen, dass 80 Prozent mit einer Ernährungsumstellung ihren Gesundheitszustand positiv verbessern konnten. Das bedeutet, wenn Diabetiker ihre Nahrungskalorien reduzieren und auf eine ausgewogene Kost achten, kann sich die Stoffwechselstörung aufgrund der Gewichtsabnahme und der blutzuckerfreundlichen Speisenauswahl wieder normalisieren. Die Standardempfehlungen der diabetologischen Fachgesellschaften lauten:

(Quelle: Gemüsekost, Shutterstock, 2011)


  1. 40 bis 60 Prozent der Gesamtenergie an Kohlenhydraten mit hohem Ballaststoffgehalt (> 30 g pro Tag) und blutzuckerfreundlichen Kohlenhydrate (z.B. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Vollkornprodukte), davon 10 Prozent an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln in Kombination mit Proteinen oder Fetten, keine Süßgetränke


  2. 30 bis 35 Prozent der Gesamtenergie an Fetten (gesättigte Fettsäuren: 7-10 Prozent; einfach ungesättigte Fettsäuren: 10-20 Prozent wie z.B. Raps-/Olivenöl; mehrfach ungesättigte: 7-10 Prozent wie z.B. Omega-3 in Soja, Walnussöl, Kaltwasserfische)
  3. 20 bis 30 Prozent der Gesamtenergie an Proteinen bevorzugt fettarme Milch, Milchprodukte, Fleisch und auch pflanzliche Proteinträger (z.B. Nüsse, Hülsenfrüchte); Bei beginnender Nierenerkrankung (Nephropathie) ist die tägliche Proteinmenge auf 0,8 g pro Kilogramm des Körpergewichtes zu reduzieren
  4. weniger als 6 g Kochsalz am Tag zur Reduzierung des Bluthochdruckrisikos


Für Alkohol gibt es keine Empfehlungen nur duldbare Mengen! Alkohol liefert fast genauso viel Kalorien wie Fett und das kann sich ungünstig auf die Gewichtsabnahme, Blutfette und Blutdruck auswirken. Für Männer sind bis zu 20 g Alkohol pro Tag akzeptabel und für Frauen bis zu 10 g Alkohol pro Tag, sofern der Wunsch nach dem Konsum alkoholischer Getränke besteht. Darüber hinaus sollten bei der Ernährungsumstellung die individuellen Vorlieben der Speisenauswahl und Mahlzeitenhäufigkeit berücksichtigt werden.

Auch der Sport kann das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich verringern, da die Muskelarbeit die Zuckeraufnahme in die Körperzellen steigert. Dafür benötigt der Körper noch nicht mal Insulin, denn durch die Muskelarbeit werden Glucosetransporter (GLUT 4) aktiviert, die den Zucker auch ohne Insulin in die Körperzellen transportieren können. Zudem führt die Muskelarbeit zur Entleerung der Kohlenhydratspeicher in Muskeln und Leber, wodurch der Körper mehr Platz für neue Nahrungskohlenhydrate hat. Nach der sportlichen Aktivität sind die Muskeln sogar so hungrig, dass sie mehr Kohlenhydrate als zuvor abspeichern können. Das bedeutet, dass sich die Zuckerspeicher in den Muskeln vergrößern, womit man keine strenge Diät oder kalorienarme Ernährung praktiziert werden muss. Daher wäre es für jeden Diabetiker ratsam, einen aktiven Lebensstil zu führen, indem er sich entweder 3-mal die Woche im Kraft- und Ausdauerport betätigt oder sich im alltäglichen Leben öfters zu Fuß bewegt.




Nr. 62 (17:20)




Setze Zeichen und werde Flexitarier oder Vegetarier!

Sonntag, 15. März 2015


Wir schimpfen immer wieder über die Massentierhaltung und auch, wenn neue Lebensmittelskandale aufgedeckt werden. Sobald paar Wochen vergangen sind, kaufen wir wie gewohnt die gleichen Mengen an Fleisch- und Wurstwaren im Discounter und Supermarkt für wenig Geld ein. Somit bringt das Schimpfen rein gar nichts.
Setze selbst ein Zeichen und iss am Tag nur halb so viel Fleisch- und Wurstwaren. Damit tust du schon viel für die Tiere und für unsere Umwelt.


Ich versuche in der Woche 2 bis 3 Tage auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Es funktioniert problemlos und zudem bietet der Supermarkt auch vegetarische Fleisch- und Wurstimitate an. Ich greife an diesen Tagen auf Soja-, Dinkel-, Haferflocken, Kartoffel, Nüssen, Kerne, vegetarischen Bratlinge sowie Würstchen, Milch, Milchprodukte (z.B. Käse, Quark), Hülsenfrüchte und Eier zurück. Diese unterstützen ebenso meine eiweißbetonte Ernährung, damit ich meine Muskulatur aufbauen bzw. erhalten kann. Solche Menschen bezeichnet man als Flexitarier, die mehr übrig haben für den Tier- und Umweltschutz.

Nach den Berechnungen vom Vegetarierbund 2012 essen wir in Deutschland im Laufe des Lebens insgesamt 1094 Tiere. Und das wären folgende Tiere:


  • 4 Kühe
  • 4 Schafe
  • 12 Gänse
  • 37 Enten
  • 46 Truthähne
  • 46 Schweine
  • 945 Hühner



Was Flexitarier sind, das erfährst du hier:
http://www.ernaehrung.de/blog/flexitarier-weder-fisch-noch-fleisch-oder-doch/
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/vegetarische-lebensmittel-finden-immer-mehr-kaeufer-flexitarier-sind-der-neue-markt/11299818.html


Solltest du jetzt oder zukünftig Flexitarier werden, kannst du dir hier http://www.fitforfun.de paar Tipps einholen wie man den Fleischkonsum umgehen kann.

Für Euch noch 2 selbstkreierte Rezepte aus meinem Alltag:


Tofu-Bolognese mit Sesamreis
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Zutaten für 2 Portionen:
1 Würfel Tofu Natur (200 g)
1 rote Paprika
4 mittelgroße Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 große Zwiebel
2 EL Olivenöl
2 EL Tomatenmark
2 TL Oregano-Gewürz
1 TL Thymian-Gewürz
1 TL Tamarindenpaste
½ TL Currypulver
½ TL Pfeffer schwarz
½ TL Salz
2 TL Paprika rosenscharf
250 ml heißes Wasser
2 TL Gemüsebrühe
250 g gekochter Reis
2 EL geröstete Sesamsamen (Foto: Hajo’s Fitnessgerichte)

Zubereitung:
1. Die Paprika halbieren, entkernen und zusammen mit den Tomaten unter fließenden kaltem Wasser waschen. Die Paprikahälften in feine Würfel schneiden. Den grünen Stielansatz an den Tomaten entfernen und zusammen mit dem Tofu klein würfeln.
2. Die Knoblauchzehe, Zwiebel schälen und klein würfeln.
3. Das Gemüse, den Knoblauch, die Zwiebeln zusammen mit dem Tofu ins heiße Öl geben und etwa 2 Minuten bei größerer Hitze braten. Gelegentlich rühren. Danach das Tomatenmark, die Gewürze hinzugeben und eine weitere Minute braten lassen.
4. Mit dem Wasser auffüllen und die Gemüsebrühe unterrühren. Das Gemüse und den Tofu etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze kochen lassen. Danach vom Kochherd stellen und mit einem Pürierstab fein zerkleinern. Je nach Konsistenz mit etwas Wasser auffüllen.
5. Den Reis mit den Sesamsamen verrühren, auf den Teller anrichten und die Tofu-Bolognese darüber geben.
Tofu-Bolognese mit Sesam-Reis

Nährwerte (pro Portion ca. 660 g):
Kalorien (kcal): 561,0
Proteine (g): 24,0
Kohlenhydrate (g): 56,0
Fette (g): 25,0
Ballaststoffe (g): 10,0

TIPP 1: Zu den Tomaten passen auch Aubergine, Kidney-Bohnen, Kichererbsen oder Champignons. Wer mag, kann die Bolognese zusätzlich mit Porree und Möhren verfeinern. Die Tofu-Bolognese kann statt mit Tomatenmark und Wasser auch nur mit passierten Tomaten aufgefüllt werden.

TIPP 2: Für diejenigen, die schlechte Erfahrungen mit Tofu gemacht haben, sollten für den Geschmack noch zusätzlich Parmesan und frische Kräuter unter die Bolognese heben. Damit verspüren sogar alle Tofugegner ein neues Geschmackserlebnis.

TIPP 3: Wenn Sie den Tofu und das Gemüse nicht mit einem Pürierstab zerkleinern, haben Sie einen Tofu-Gulasch, denn Sie statt mit Tomaten mit mehr Paprika und Zwiebeln zubereiten können. Und dazu tauschen Sie das Oregano-Gewürz durch das Majoran-Gewürz aus.

TIPP 4: Tamarinde ist eine Hülsenfrucht, die schon immer roh oder getrocknet als Gewürz in der indischen und asiatischen Küche verwendet wurde. Das Gewürz passt gut zu Chutneys, Eintöpfe, Suppen, Soßen und Heißgetränke. Tamarinde wirkt verdauungsfördernd, minimiert Blähungen und wird in der Medizin auch als natürliches Abführmittel eingesetzt. Die Tamarindenpaste findet man in gut ausgestatteten Supermärkten oder im Asia-Shop (Kothe et al., 2010, Kräuter, Gewürze und Heilpflanzen, Komet Verlag).



Schafskäse mit Steckrübengemüse
Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Zutaten für 2 Portionen:
1 kleine Steckrübe (1,3 kg)
2 EL Rapsöl
2 Stangen Lauchzwiebeln
½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
400 ml Wasser
2 TL Gemüsebrühe (Pulver)
1 Würfel Schafskäse (200 g)
Gewürze: Salz, schwarzer Pfeffer, Muskat (Foto: Hajo’s Fitnessgerichte)

Zubereitung:
1. Die Steckrübe schälen, waschen, vierteln und in 2 bis 3 Zentimeter kleine Würfel schneiden.
2. Die Lauchzwiebeln waschen, Wurzelansatz entfernen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
3. Das Öl in einem flachen Kochtopf erhitzen. Die Steckrüben zusammen mit dem Kreuzkümmel in das heiße Öl geben und etwa 2 Minuten bei größerer Hitze braten. Gelegentlich rühren.
4. Danach mit dem Wasser auffüllen und die Gemüsebrühe unterrühren. Das Ganze mit geschlossenen Deckel bei mittlerer Hitze etwa 8-10 Minuten kochen lassen.
5. Während dessen den Schafskäse in kleine Stücke schneiden.
6. Die gegarten Steckrüben vom Kochherd stellen und die Frühlingszwiebeln zusammen mit dem Schafskäse unterheben. Kurz vor dem Servieren mit Salz, schwarzen Pfeffer und Muskat würzen.
Steckrübengemüse mit Schafskäse

Nährwerte (pro Portion ca. 480 g):
Kalorien (kcal): 412,0
Proteine (g): 22,0
Kohlenhydrate (g): 15,0
Fette (g): 28,0
Ballaststoffe (g): 9,0

TIPP 1: Die Steckrübenpfanne können Sie auch zusätzlich mit Aubergine, Paprika, Möhren, Champignons und Zucchini verfeinern. Statt Frühlingszwiebeln nehmen Sie tiefgefrorenen Kräuter (z.B. Schnittlauch, Basilikum, Petersilie, Kräutermischung) oder getrocknete Kräuter (z.B. Bärlauch, Majoran, Thymian, Kräuter der Provence).

TIPP 2: Wer die Woche über nicht viel Zeit für das Kochen hat, der kann sich etwas mehr Steckrübengemüse kochen. Das Gemüse hält sich 4-6 Tage im Kühlschrank und kann zudem mit unterschiedlichen Proteinträgern kombiniert werden.

TIPP 3: Veganer nehmen statt Schafskäse Räuchertofu, vegetarische Würstchen oder gehackte Walnüsse oder Erdnüsse.


Nr. 61 (15:27)




Süßstoffe oder Zucker - Sind das beide Dick- und Krankmacher?

Montag, 2. März 2015


Süßstoffe und Zucker haben Ihren Ruf weg und werden zu Unrecht als Krebserzeuger oder Dickmacher betitelt. Dabei gelten beide als sichere Bestandteile der täglichen Ernährung.


Zucker wird zu Unrecht als Dickmacher beschuldigt
Zucker hat den sog. Gras-Status (generally recognized as safe) von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (Food and Drug Administration) erteilt bekommen, d.h. es gilt bezogen auf die Gesundheit als unbedenklich.

(Shutterstock)

Obwohl in der heutigen Gesellschaft aufgrund der Immobilität der hohe Zuckerkonsum zu Übergewicht und deren Folgeerkrankungen führen kann. Daher wird Zucker auch von Ernährungsexperten als der Dickmacher an den Pranger gestellt und für viele Wohlstandskrankheiten (z.B. Diabetes, Fettleibigkeit, Krebs) schuldig gesprochen. So einfach ist das nicht, weil in unserem Leben spielen noch andere Faktoren eine Rolle wie der inaktive Lebensstil. Würden wir tägliche 30 Minuten Sport treiben, verbrennt unser Körper auch mehr Zucker als Energie für die Muskelarbeit. Zudem sind Fast Food Gerichte beliebt, die aber auch vermehrt Fette liefern. Fette liefern pro Gramm 9 Kcal und Zucker nur 4 kcal, also Fette liefern fast doppelt so viel Energie. Es kommt außerdem immer auf Gesamtenergiebilanz an. Das heißt, wer mehr Energie in Form von Zucker, Fette und Eiweiß am Tag aufnimmt und diese aber über die tägliche körperliche Bewegung nicht verbrennt, der wird auf Dauer auch an Gewicht zunehmen. Des Weiteren spielen Stoffwechsel und auch die Hormone eine bedeutende Rolle. Wir Ernährungsberater reden auch immer vom guten und schlechten Futterverwerter. Der gute Futterverwerter kann die Nahrung sehr gut als Energie umwandeln und der schlechte Futterverwerter sehr viel schlechter. Deshalb wird Zucker zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Süßstoffe leisten einen Beitrag zur Gewichtsabnahme und -erhaltung
Da Zucker früher etwas für die Wohlhabenden gewesen ist und heute auch noch viel Geld gekostet, machte man sich Gedanken zu Alternativen. Auch aufgrund der Zunahme von Übergewicht forschten die Mediziner und Wissenschaftler nach Zucker-Ersatzstoffen. Im letzten Jahrhundert kamen die Süßstoffe zum Großteil zum Einsatz in Form von Zusätzen in Getränken, Aufstriche, Milch- und Süßspeisen. Da Süßstoffe preiswerter als Zucker sind, kam es auch zu einer verstärkten Nachfrage von Seiten der Industrie. Süßstoffe haben aber auch Vorteile für die Gesundheit. Sie haben eine Hundert- bis Tausendfache Süßkraft als Zucker und liefern aufgrund der geringen Einsatzmengen kaum Kalorien. Das hat wiederum den Vorteil, dass man durch sog. Light Getränke einen sehr süßen Geschmack hat und dadurch kaum Energie zuführt. Das heißt, die Süßstoffe können einen Beitrag zur Gewichtsabnahme sowie zur Gewichtserhaltung beitragen. Zu diesem Thema kursieren aber auch Hiobsbotschaften wie Süßstoffe erhöhen den Insulinspiegel, steigern den Appetit und führen letztendlich zur Gewichtszunahme. Das konnte bisher aber in Studien nicht nachgewiesen werden. Man geht bei dieser Aussage eher von einer Hypothese aus, also man nimmt das evtl. an, dass der Körper darauf so reagiert. In meinen Beratungen empfehle ich Light-Getränke, wenn man mal Lust auf Süßgetränke hat. Aber einen täglichen Konsum von mehr als 2 Gläsern finde ich übertrieben, weil wer vermehrt Süß trinkt, gewöhnt sich schnell daran. Damit ist es nichts mehr Besonderes und zudem steigt die Lust auf Süßes. Das gilt ebenso für zuckerhaltige Getränke. Hier gilt das Motto: Man sollte immer alles in Maßen genießen.

Süßstoffe gelten als sichere Nahrungszusätze
Dann kursieren aber auch Horrorbotschaften in den Medien wie Süßstoffe erzeugen Krebs, fördern Diabetes, machen Unfruchtbar und schädigen den Fötus. Es gibt zwar Beobachtungen, die man in Tierstudien gemacht hat. Diese können aber nicht 1 zu 1 auf den Menschen übertragen werden. Warum? Die empfohlenen Süßstoffmengen für den täglichen Verzehr entsprechen nicht denen der Tierstudien. Das heißt, die bestehenden Empfehlungen der Süßstoffzufuhr beruhen sich zwar auf den Tierstudien, werden aber anhand sicherer Mengen abgeleitet. Das heißt, man nimmt die Mengen an Süßstoffen, wo man bei den Nagetieren keine schädigende Wirkung beobachten konnte. Anhand dieser Mengen wird noch einmal mit dem Sicherheitsfaktor von 100 dividiert, wodurch wir nur Hundertstel davon aufnehmen. Somit können die Beobachtungen in Tierstudien nicht auf den Menschen projiziert werden, da die Menge nicht denen der Studien entspricht. Deshalb ist die Angst bei den zugelassenen Süßstoffen unbegründet. Natürlich werden Süßstoffe wie z.B. Aspartam öfters kontrolliert, weil man hier öfters negative Botschaften durch die Medien mitgeteilt bekommt. Im Grunde genommen stimme ich zu, denn wenn man öfters in Tierstudien etwas Negatives beobachten kann, könnte das auf lange Sicht ein Indiz sein. Da wir aber die empfohlenen bzw. akzeptablen Mengen in der täglichen Ernährung nie überschreiten können, sehe ich bei Aspartam und anderen Süßsoffen weniger ein Problem für die Gesundheit. Ich sehe eher ein Gesundheitsproblem darin, wenn wir uns kaum bewegen und zu viele Nahrungsenergie zuführen. Dann sterben wir wahrscheinlich schneller an den Wohlstandskrankheiten als an dem vermehrten Konsum an süßstoffangereichten Getränken bzw. Speisen.

Quellen:
Mythose Süßstoff, Die ganze Wahrheit über künstlichen und natürlichen Zuckerersatz, Sven-David Müller, Kneipp Verlag, 2010
http://www.ernaehrungs-umschau.de
http://www.bfr.bund.de
http://www.dge.de
http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de
http://www.krebsinformationsdienst.de
http://www.efsa.europa.eu


Nr. 60 (19:09)




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